Für Interessenten  |  Für Angehörige  |  Für Fachstellen  |  Kontakt  |  Patientenberichte  |  Impressum  |  Sitemap  |  Aktuelles
 

Wirkfaktoren

Unser integrativer therapeutischer Ansatz nutzt die verschiedenen methodischen Fähigkeiten und Kompetenzen der Mitarbeiter. Der interdisziplinären Kooperation untereinander und der Vernetzung von Behandlungsaufgaben wird ein hoher Wert beigemessen, da das therapeutische Milieu und die effektive personenbezogene Behandlungsgestaltung maßgeblich durch eine professionelle Zusammenarbeit mitbestimmt werden. Transparenz des Vorgehens und die Wertschätzung und Konnotierung der vom Patienten erreichten Fortschritte ist ebenso wie ressourcenförderndes Therapeutenverhalten die Basis für eine offene, von gegenseitigem Respekt getragene Atmosphäre in der Fachklinik.

Das Modell zum Selbstmanagement beschreibt abhängiges Verhalten als erworbenes Gewohnheitsmuster, dem der Patient jedoch nicht ausgeliefert ist, sondern das er durch bewusste Entscheidungen unterbrechen kann. Diese Haltung nimmt den Patienten in die Verantwortung und macht ihn zum aktiven Partner der Behandlung. Obwohl er durch Therapeuten und andere Menschen wesentlich gestützt und gefördert werden kann, bleibt die Entscheidung zur Veränderung eines Risikoverhaltens letztlich beim Betroffenen selbst. Der Patient ist zu jedem Zeitpunkt für den Therapieprozess selbst verantwortlich, therapeutische Interventionen sind für ihn jederzeit transparent und müssen ggf. von ihm mitgetragen werden.

Nach psychodynamischer Theorie ist Suchtmittelkonsum Ausdruck einer verfehlten Selbstmedikation des Abhängigen. Der Abhängige reagiert mit Suchtmittelkonsum auf Missbefindlichkeiten, die er nicht anders bewältigen kann. Traumatisierungen in der frühen Kindheit, z. B. durch emotionale Ver-nachlässigung im Wechsel mit unangemessener Verwöhnung, führen danach zu einer lebenslangen hilflosen Sehnsucht nach Geborgenheit und Versorgung. Zugleich wird dieser Wunsch als Gefahr für Individuation und Autonomie abgelehnt, die Droge bietet scheinbar einen Ausweg. Durch Nachreifung der Persönlichkeit sollen die bestehenden Ich-Defizite ausgeglichen werden. Als Voraussetzung dafür ist eine stabile Arbeitsbeziehung von Therapeut und Patient anzusehen.

Die Modifikation von problematischen Verhaltensmustern erfolgt mittels Verhaltens- und Bedingungsanalyse. Hier werden konkrete Situationen und individuelle Auslöser für den Suchtmittelkonsum analysiert und die kurzfristigen sowie langfristigen Konsequenzen des Suchtverhaltens mit dem Patienten thematisiert.
Wesentlich beim Erstellen von Verhaltens- und Bedingungsanalysen ist das Erfassen von Ressourcen, da diese von großer Bedeutung für den Aufbau und die Aufrechterhaltung von alternativen Verhaltensweisen sein können. Eine langfristige, zufrieden stellende abstinente Lebensführung ist nur unter Ausschöpfung und Förderung der Ressourcen eines ehemals suchtmittel-abhängigen Menschen möglich. Ergänzt wird diese Vorgehensweise durch das Kompetenztraining, welches von der Annahme ausgeht, Sucht-mittelkonsum sei ein fehlgeleiteter Versuch der Adaption an inter- oder intrapersonelle Probleme. Aufgabe des Therapeuten ist es, die individuellen Defizite zu analysieren und durch gezielte Übungen auszugleichen.

Der abhängige Mensch kann nicht losgelöst von seinem sozialen System, insbesondere der Familie, verstanden werden. Er und seine Sucht haben im System Familie oft eine zentrale, stabilisierende Rolle. Aus diesem Grunde ist Angehörigenarbeit ein integraler Bestandteil der Suchtkrankenbehandlung.

Selbsthilfegruppen sind im Kontext der Entwöhnungsbehandlung ein Lernfeld zur Erprobung der neuen Kompetenzen. Sie dienen dem gemeinsamen Verständnis von psychischen und sozialen Belastungen und der Erarbeitung von Vorschlägen zu deren Bewältigung.