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Patientenberichte

Hier stellen wir Ihnen in authentischer und ungekürzter Form einige Erfahrungsberichte von Patienten vor, die eine Behandlung in unserer Einrichtung absolvieren oder bereits beendet haben.

Die Patienten haben dieser Veröffentlichung natürlich zugestimmt.

 

 

Ich bin seit ca. 22 Jahren Hartdrogenabhängig. Seit 11 Jahren bin ich nun im Substitutionsprogramm. Bis vor 3 Monaten bin ich mit C- Polamidon Substituiert worden, bis ich hier auf Therapie umgestellt wurde auf Subutex.
Der Entschluss noch mal auf Therapie zu gehen (das 4. Mal!) war für mich wahrlich nicht einfach. Da ich seit 8 Jahren alleinerziehend bin, hatte ich auf der einen Seite Angst meine Tochter alleine zu lassen, auf der anderen habe ich Ihr gegenüber die Verpflichtung ein Vater zu sein, der 100% auf sie eingehen kann. Und das geht mit 16ml Polamidon ganz einfach nicht. So habe ich meine Motivation für ein Drogenfreies Leben also ständig vor Augen gehabt. In der Theorie ja alles ganz schön. Bis der Tag der Aufnahme in Therapie immer näher rückte und ich in die Entgiftung musste um Polamidon abzutörnen. Für mich stand auf jeden Fall fest das ich in die Einrichtung wollte. Nach insgesamt 5 Wochen Knüppelentzug war ich  endlich auf 1,5ml angekommen und es ging ins Emsland. Erst mal ein komisches Gefühl zwischen 25 Männern zu sitzen (die alle Entgiftet sind) und der einzige zu sein der noch mit Pola Substituiert ist. Trotzdem war der Empfang sehr herzlich. Bis dato bin ich davon ausgegangen, dass ich während meiner 4-monatigen Therapie komplett runter gehen kann und dann entlassen werde. Nach einem langen Gespräch mit dem hiesigen Substitutionsarzt hat sich diese Hoffnung zerschlagen. „ Nach 10 Jahren C- Pola Substitution kann ich doch nicht so eben in 6 Wochen entgiften, da sich das Substitut nach so langer Zeit im Körper und in der Knochenhaut absetzt und so den Entzug auf 5-6 Monate hinauszieht.“ Also kam für mich die Frage auf, was nun? Subutex! Überdeckt den Polaentzug  und ich bin trotz Substi kopfmäßig voll da. Das war für mich der Ausschlaggebende Grund, da ich hier auf Therapie auf jeden Fall etwas für mich erreichen wollte. Nach ca. 6 Monaten kann man dann ja vom Subutex komplett entgiften. Mit deutlich weniger Entzugschmerzen.
Die Gruppe hat diese Entscheidung gut mitgetragen und mich ermutigt trotzdem dien Subutexmedikation weiter zu verringern. Trotzdem waren vereinzelt Stimmen zu hören, dass ich mit Substitution keine „richtige“ Therapie machen würde. Dem konnte ich aber entgegen wirken, in dem ich mich bei Gruppen und Psychotherapie einbrachte und meine Themen offen anging. Mit Polamidon hätte ich das sehr wahrscheinlich nicht gemacht, da ich ständig diesen „Schleier“ vor mir hatte der mich meine Problematik einfach nicht sehen ließ. Wie schon gesagt unter einer Minimaldosis Subutex kann man sehr wohl Therapie machen und an sich und seinen Problemen arbeiten. Wenn ich die Chance gehabt hätte wär ich natürlich lieber clean auf Therapie gekommen oder zumindest clean entlassen worden. Aber da ich in meiner Zeit in der Fachklinik meine Punkte und Probleme bearbeitet habe und bei meiner bewilligten Kombi- Nord weiterhin mit Therapeuten Kontakt habe traue ich es mir zu den letzten Schritt, die endgültige Entgiftung, anzugehen. Für ein cleanes drogenfreies Leben.
(Justin)

 

Als ich damals meine Therapie angefangen habe, war es nicht unbedingt freiwillig, Ich war schon auf Bewährung und wurde erneut straffällig. Ich wusste, wenn ich jetzt nichts unternehme, gehe ich ins Gefängnis. Deswegen habe ich mich entschlossen Therapie zu machen. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde und habe es einfach auf mich zukommen lassen. Die ersten 4- 6 Wochen habe ich gar nicht eingesehen, wie abhängig ich von den Drogen war. Ich dachte immer, dass ich nur von Heroin abhängig sein könnte. Hier in Sögel habe ich dann mit den Therapeuten und der Gruppe erarbeitet, wofür ich die ganzen Drogen benutzte und missbrauchte. An diesem Zeitpunkt habe ich dann auch erst für mich klar gehabt, dass der alte der falsche Weg war. Ich habe mich dann also auf die Therapie eingelassen und meine erarbeiteten Themen bearbeitet. Ich habe hier gelernt, angemessen meine Meinung zu vertreten und durchzusetzen. Ich habe gelernt, mit Frust umzugehen ohne mich „dicht“ zu machen mit Drogen. Ich habe meinem Leben neue Perspektiven und einen neuen Sinn gegeben, aber auch gelernt, dass es draußen im „wahren Leben“ nicht einfach ist und ich immer aufpassen muss, um nicht wieder rückfällig zu werden. Auf jeden Fall kann ich aber sagen, dass die Therapie für mich genau das richtige war um wieder wirklich zu leben.
(Mario)

 


Was hat mich dazu bewegt Therapie zu machen?
Erst mal muss ich sagen, dass Drogenkranke nicht in den Knast gehören, da sie krank sind und eine Chance brauchen, um eine Therapie zu machen. Für mich war es die Chance meines Lebens, um etwas zu ändern und natürlich auch aus dem Knast raus zu kommen. Ich habe mich nach der Beratung mit dem Drogenberater in der JVA für die Einrichtung in Sögel entschieden. Wusste erst mal gar nicht, was mich dort erwartet. Am ersten Tag wurden mir langsam die Regeln und Normen erklärt, wo ich mich dann auch so gut es ging dran gehalten habe. Die Arbeit in den Gruppen ist hier sehr wichtig! Einfach offen und ehrlich zu sein, hatte ich am Anfang große Probleme mit, was sich dann auch geändert hat. Ich habe hier gelernt durch Gespräche, der Arbeitstherapie und Einhaltung der Regeln wieder eine Struktur in mein Leben zu bekommen, um ein cleanes Leben zu führen. Also, wagt diesen Schritt, ich weiß, aller Anfang ist schwer, aber das Ergebnis ist ein neues cleanes Leben, das durch nichts zu ersetzten ist.
Holt euch Hilfe.
(Detlef)

 

Meine Sicht der Behandlung
Da ich bemerkt habe, dass die Drogen mir nur Probleme eingebrockt haben, wie z. B. mit der Familie und Freundin. Auch meine Gesundheit hat Schaden davon getragen, denn ich habe Hepatitis C. Als ich hier auf Therapie ankam, musste ich mich an die Struktur und das Regelwerk gewöhnen. Man darf ab dem ersten Tag an Briefkontakt haben und telefonieren. Besuch kann man bekommen wenn man hier den 2. Samstag ist. Es gibt verschiedene Arbeitsbereiche, die in der Regel von allen Klienten durchlaufen werden, wie z. B. Putzdienst, Holzwerkstatt, Garten oder Gemüsegarten. Nach der Arbeit ist dann Freizeit in der man Billard spielen kann, Musik machen, sich im Kraftraum betätigen, im Kreativraum verschiedene Sachen machen oder in die Sauna gehen. Montag, Mittwoch und Freitag haben wir Therapiegruppe, wo wir unsere Themen und Probleme vorstellen und bearbeiten. Es gibt auch noch andere Gruppen. Wenn man hart an sich arbeitet und früh anfängt seine Probleme zu bearbeiten, kann man um so eher in die Adaptionsphase gelangen und somit mehr für sich erreichen, so das man nach der Therapie clean bleibt. So ungefähr ab den zweiten/dritten Monat befindet man sich in der Intensivphase, wo man sich mit seiner Vergangenheit und seine Verhaltensweisen auseinandersetzt. In den Genuss von mehr Freiheiten kommt man indem man erfolgreich Freizeitausgänge, Kontaktausgänge, Orgaausgänge und Heimfahrten macht. Das ist dann die Adaptionsphase, in der man sich schon so langsam für das Leben nach der Therapie vorbereiten kann.
(Sebastian)